Blutzuckerspiegel: Ein beständiges Auf und Ab

Der Gehalt der Glukose im Blut ist keine starre Größe. Es ist völlig normal, dass er im Laufe eines Tages erheblich schwankt: Morgens ist er in aller Regel sehr niedrig, weil man über Nacht nichts gegessen hat. Nach einer Mahlzeit steigt er deutlich an. Auch körperliche Aktivität und Stress beeinflussen den Verbrauch von Blutzucker. Wohl jeder hat schon erlebt, dass er nach einer großen Anstrengung unterzuckert ist und dann schnell Energie braucht.

Wegen diesen Schwankungen reicht ein einmaliger Test daher nicht aus, um festzustellen, ob ein normaler Blutzuckerwert vorliegt. Erst durch mehrere Messungen über einen längeren Zeitraum lässt sich zweifelsfrei feststellen, ob die Zuckerwerte krankhaft zu hoch oder zu niedrig sind.

Wie sehen die Normalwerte von Blutzucker aus?

Grundsätzlich lässt sich der Gehalt des Blutzuckers anhand von Blutuntersuchungen bestimmen. Dies geht mithilfe von Blutzuckermessgeräten auch ganz einfach zu Hause. Der Zuckergehalt im Blut wird in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben.

Vor dem Frühstück - also auf nüchternem Magen - sollten die gemessenen Werte aus dem Blutplasma nicht über 110mg/dl (6,1 mmol/dl) liegen. Ein bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit ist es wünschenswert, dass sie nicht auf über 140 mg/dl (7,8 mmol/l) ansteigen. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn der Nüchternblutzucker den Wert von 126 mg/dl (7 mmol/l) überschreitet oder zu einem anderen Zeitpunkt über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt. Wenn die Messwerte nüchtern über 100 mg/dl und nach der Mahlzeit über 140 mg/dl liegen, besteht der Verdacht, dass die Zellen Glukose nur schlecht verwerten können (gestörte Glukosetoleranz) - ein Hinweis auf einen beginnenden oder vorhandenen Typ 2 Diabetes.

Einen schnellen Überblick, ob die Blutzuckerwerte im Normbereich liegen, oder ob ein Verdacht auf Diabetes mellitus besteht, liefert die folgende Blutzuckertabelle.

  Nüchternblutzucker Blutzucker 2 Stunden nach dem Essen
Normalwert (Erwachsener) 100 mg/dl (5,6 mmol/l) 140 mg/dl (7,8 mmol/l)
Diabetes mellitus ≥ 110 mg/dl (6,1 mmol/l) ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
Gestörte Glukosetoleranz ≥ 100 mg/dl (5,6 mmol/l) ≥ 140 mg/dl (7,8 mmol/l)

 

Quelle: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, 2. Auflage, 2008, Thieme Verlag, Stuttgart, S. 235

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